Wenn das Spielfeld brennt…
HC DJK Konstanz – HSG Schwenningen II 26:25 (13:10)
Es war angerichtet: Sonntagabend, Topspiel, der Zweite zu Gast beim Ersten, voller Kader, stimmungsvolle Halle. Und soviel sei vorab gesagt: Das Spiel hielt, was es versprach.
Die Karpfen gingen als Tabellenführer in das Kräftemessen, nach drei Spielen ohne Punktverlust grüßte man vom Platz an der Sonne. Direkt dahinter warteten allerdings die Gäste, die bislang lediglich einen Punkt abgeben mussten. Schon vor dem Spiel war akustisch wahrnehmbar, dass die HSG Schwenningen definitiv vorhatte, die Punkte mitzunehmen.
Dass dies kein leichtes Unterfangen werden würde, machten die Karpfen allerdings sehr schnell klar. Nachdem in den vergangenen Spielen der Anfang oft etwas holpriger war, startet man höchst konzentriert. Zwei Zuspiele auf Michi am Kreis und ein Konter von Matti und die Anzeigetafel zeigte ein 3:0 (3. Min). Auftakt nach Maß. Den Gästen war das Unbehagen ob des ungewohnt harzfreien Spielgeräts anzumerken und immer wieder nutzen die Grün-Weißen die daraus resultierenden Fehler der HSG konsequent aus. Nach dem 3:3 (8. Min) und 4:4 (10. Min) konnte man sich ein kleines bisschen absetzen (7:4, 13. Min). Das Spiel wurde immer intensiver und so kam es durchaus gelegen, dass das Kampfgericht mit der ersten Auszeit der Gäste die Anzeigetafel lahmlegte. Nach einer gut dreiminütigen Unterbrechung und der Chance, wieder zu Luft zu kommen, sollte es dann weiter gehen. Zur 26. Minute kamen die Gäste auf einmal wieder gefährlich nahe (11:10) doch dann kam die Geheimwaffe der Karpfen zum Tragen: das Unterzahlspiel. Zuerst durfte Viktor sich für zwei Minuten abkühlen, doch die Abwehr hielt stand und vorne klingelte es zum 12:10 (29. Min). In der folgenden Defensivaktion gesellte sich dann noch Fynn per Zwangspause zu Jungs auf der Bank und die Schwenninger warfen in der eigenen vier gegen sechs Überzahlsituation souverän am Tor vorbei. Viktor durfte 25 Sekunden vor der Halbzeitsirene wieder mitmischen und mit dem Schlusspfiff jagte er den Ball zum 13:10 in die Maschen. Abermals in Unterzahl.
Nachdem in der ersten Halbzeit die Defensive um Abwehrchef Joel abermals Trumpf war, wurde die Abwehr zu Beginn des zweiten Durchgangs ungewohnt löchrig. Durch einfach Durchbrüche kamen die Gäste immer wieder zu Torerfolgen, während sich die Karpfen im Angriff unnötig das Leben selbst schwer machten. Und ehe man sich versah, waren die Gäste mit 15:17 (38. Min) in Front. Spätestens das war der Startschuss für eine feurige und umkämpfte Schlussphase. Über die gesamten 60 Minuten schenkten sich die Akteure auf dem Platz keinen Millimeter und so ging es zuweilen etwas ruppig zu am Gießberg. Dass Schiedsrichter Dietz aber an diesem Sonntag eher die lange Leine mitgebracht hatte, spielte wohl eher unseren Gästen in die Karten.
Beim 18:18 (43. Min) war alles wieder ausgeglichen und die HSG brachte per Auszeit erstmal Ruhe rein. Und diese sollte auch etwas Wirkung zeigen, Über 18:20 (45 Min) und 19:22 (47. Min) hatten auf einmal die Gäste die Nase vorne und man konnte auf der Tribüne schon etwas nervös werden, ob sich die Karpfen am Ende doch um den Lohn ihrer harten Arbeit bringen lassen würden. Zwischen der 48. Min (21:22) und 51. Min (23:24) legten immer die Gäste eins vor und die Karpfen zogen nach. Als mit 8 ½ Minuten Restspielzeit auf der Uhr dann wieder die Zwei-Tore-Führung der Gäste hergestellt war (23:25) schaffte man es, nochmals ein bis zwei Gänge hochzuschalten. Die Abwehr kam zurück zu alter Stärke und ließ in den letzten 8 ½ Minuten kein Gegentor mehr zu. Gut sechs Minuten vor Ende verkürzte Joel zum 24:25 und mit noch 1:40 auf der Uhr war es Altmeister Chris, welcher das Spielgerät von ganz Rechtsaußen am gut aufgelegten Gästekeeper vorbei bugsierte. Ausgleich. Die Schwenninger versuchten sich mit dem letzten Angriff Zeit zu lassen, doch diese Rechnung ging nicht auf. Ballgewinn HC DJK, 35 Sekunde auf der Uhr. Coach Luis reagierte schnell und brachte zielsicher die Grüne Karte auf den Kampfrichtertisch. Lange spielen, eine klare Chance erarbeiten, so die Devise. Nachdem dann der vierte Pass im Angriff fast beim Gegner landete, hatte wohl niemand mehr in der Halle einen Ruhepuls. Doch dann, Doppelpass zwischen Joel und Michi und auf einmal war erstgenannter frei durch und mit buchstäblicher letzter Kraft fuhr der Ball im Tornetz ein. Direkt flatterte natürlich die Auszeit der Gäste rein, vier Sekunden Restspielzeit. Die langen Jungs machten sich hinten bereit und der durchaus treffsichere Rückraumshooter der Gäste versuchte aus gut 13 Metern sein Glück. Ohne Erfolg. Der Sieg war eingetütet, der Jubel groß. Ein 26:25 Heimsieg gegen eine der ambitioniertesten Mannschaften der Liga mit einer über alle Mannschaftsteile hinweg überragenden Leistung hatte nicht unbedingt jeder auf seiner Bingokarte vor dieser Saison.
Nachdem in der folgenden Woche kein Spiel ansteht, dürfen die Karpfen die Momentaufnahme weiter genießen und noch mindestens zwei weitere Wochen vom Platz an der Sonne grüßen, bevor es dann zum nächsten Topspiel gegen die HSG Rottweil II kommt.
Ein großer Dank gilt wie immer unseren Fans auf der Tribüne, insbesondere unseren Freunden vom KSV, welche dem Spiel die passende Atmosphäre und Lautstärke verpassten.
Es spielten: Simon Reinbold, Luca Knapp (beide Tor), Joel Schamberger (6 Tore), Matti Bullert (5), Timothy Schütz (4), Fynn Ludwig (2/1), Kalle Thomas, Viktor Hirsch, Michael Bärthele, Christian Gerstner (je 2), Jonathan Münzig, Kornelius Luther, Thomas Buck. Alle Angaben ohne Gewähr.
Bericht: LK